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Die Bachforellenbrut 2021 seit April in den Oberläufen des Gewässers

Bachforellen 10 Tage nach dem Eierschlupf.Noch vor dem Hochwasser der ersten Februarwoche war die jüngste Generation unserer Bachforellen in grosser Anzahl dem Augenpunktstadium entwachsen. Im Foto ist der entstehende Fischkörper bereits zu erkennen der vorläufig einen leuchtend orangen Dottersack an der Unterseite des Körpers hat. Er wird als erste Nahrungsquelle für den jungen Fisch dienen. Ende Dezember 2020 erhielt Gewässerwart Tilo Päßler 20.000 Bachforelleneier aus einer Schwarzwälder Fischzuchtanstalt. Ab März werden sie aller Voraussicht in die Quellbäche der Brigach entlassen und werden von dort durch Wanderungen ihre neuen Habitate erobern. Die Durchgängigbarkeit und Strukturen unserer Gewässer spielen dabei eine grosse Rolle. Den richtige Zeitpunkt für das Einsetzen der geschlüpften Fische konnten die Angler anhand des Blütenstaubs, der Kleinlebewesen und des Planktons im Wasser bestimmen. Es muss genug Nahrung im Gewässer sein, sonst verhungern die Jungfische nach dem Aussetzen. Alles zusammen ist abhängig von der Wassertemperatur und der Sonneneinstrahlung in das Gewässer.

Bachforellen Besatz aus BrutboxenFast 15.000 Bachforellenbrütlinge konnten dieses Jahr aufgezogen werden. Nach dem Umsetzen in die Flüsse und Bäche sind die ca. 2 cm großen Bachforellen jetzt der Natur überlassen. Neben den gefräßigen Artgenossen sind vor allem Umwelteinflüsse eine Gefahr für die Jungfische. Hitzesommer mit dramatischen Nierdrigwassersituationen und zu nah am Gewässer ausgebrachte Düngemittel und Gülle wirken sich erheblich auf die Überlebenschancen der Fische aus. Eine weitere Gefahr für das Überleben der Jungfische ist die starke Zunahme der Anzahl an fischfressenden Vögel. Waren bisher Kormorane nur selten Gast in den Oberläufen der Flüsse, so kann man diese und andere fischfressende Vogelarten vermehrt an Brigach und Kirnach beobachten. Tilo Päßler und Benedikt Lang

 

Quellbach BreitbrunnenbachSeit den verheerenden Fischvergiftungen 2013 und 2016 verfolgen wir die Methode der Aufzucht in heimatlichen Brutboxen. Dabei lassen wir die Bachforelle ab einem sehr frühen Entwicklungstadium in ihrem späteren Gewässerhabitat aufwachsen. Der Fisch erhält damit die Chance sich ab dem Augenpunktstadiums an die 'Chemie' seines Lebensraums zu gewöhnen und anzupassen. In der Ausgabe vom 22.1.20 berichtete der Südkurier ausführlich über die Wiederansiedlung der Anglergesellschaft Villingen. Christian Föhrenbach, Tilo Päßler und Christian Haas waren beim Interviewpartner dabei.